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RUHR.2010 | Barrierefrei

RUHR.2010 | Barrierefrei

 


Empfehlungen:
RUHR.2010 - Kulturhauptstadt Europas

Antwerpen

Rubenshuis

Die zweitgrößte Stadt Belgiens und das Zentrum Flanderns verdankt ihren kosmopolitischen Charakter sicher dem jahrhundertealten Hafen an der Schelde. Bereits in gallo-römischer Zeit sind Funde einer Siedlung erforscht. 970 wurde Antwerpen eine Grenzstadt des Deutschen Reichs. Mitte des 14.Jahrhunderts kam es zur ersten wirtschaftlichen Blüte. Antwerpen wurde das finanzielle Zentrum Europas und wichtiger Ort des Wollhandels. Die Offenheit der Stadt ermöglichte es vor allem auch Juden aus ganz Europa sich anzusiedeln. Davon zeugt bis heute das Diamantenviertel nahe des Hauptbahnhofs, welches bis heute der weltweit wichtigste Diamantenumschlagsplatz der Welt ist. Das sechzehnte sollte dann das „goldene Jahrhundert“ für die Stadt werden. Bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft, wie der Maler Quinten Metsys, die Bruegel Familie, der Drucker Plantin und die Humanisten und Gelehrten Mercator und Dodoens lebten in der Stadt. Peter Paul Rubens, dessen Palais noch heute eine Vielzahl seiner Gemälde beherbergt, dürfte der wohl bekannteste Sohn der Metropole an der Schelde sein. Seiner Werkstatt entstammen ca. 25.000 Tafel- und Leinwandgemälde von Lehrlingen. Weiterhin sind etwa 5000 Briefe Rubens erhalten. Nach Rubens Tod galt, der in Antwerpen geborene, Jacob Jordaens, als einer der bedeutendsten Maler des flämischen Barock. Dessen Bilder finden sich noch heute in fast allen wichtigen Kirchen der Stadt. Mit den Religionskriegen zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen Spanien und der Herrschaft Phillip II begann in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Abschwung der Stadt mit der Folge, das große Teile der Kaufleute und Künstler nach Norden flüchteten.

Die Schelde

Die Schelde war für die Schifffahrt geschlossen.
Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo (1815) folgte eine kurze Wiedervereinigung mit den südlichen Niederlanden und darauf 1830 der Aufstand der Belgier gegen die Holländer.
1863 war der Weg zur Nordsee wieder frei und die dritte Blütezeit der Stadt begann.

Möchte man alle Sehenswürdigkeiten Antwerpens bestaunen, so braucht man schon mindestens einen ganzen Urlaub. Aber auch ein Tagesausflug lohnt, um die quirlige Atmosphäre einer modernen Stadt mit unendlich vielen historischen Bauwerken kennen zu lernen. Ein günstiger Startpunkt hierfür ist der komplett neu restaurierte und umfassend barrierefrei gestaltete Bahnhof Centraal im Osten der City.

Blick auf die Kuppel des Bahnhofs  Ein rollstuhlgerechter Aufzug im BahnhofDieses architektonische Meisterwerk mit seiner 75 Meter hohen Kuppel ist, einer Untersuchung der Newsweek zufolge, der viertschönste Bahnhof der Welt. In direkter Nachbarschaft des „Centraal“ befindet sich das Diamanten- und jüdische Viertel mit dem Diamantmuseum sowie eine riesige Anzahl kleiner Juweliergeschäfte und einige koschere Restaurants.
Von dort aus gelangt man über den Teniersplaats auf die Meir Straat, mit 240 000 Besuchern pro Woche, die meist besuchte Einkaufsmeile Belgiens. Nicht entgehen lassen sollte man sich hier den schmucken Stadsfeestzaal, ebenfalls barrierefrei gestaltet.
Ein Stück weiter linker Hand erreicht man das Rubenshuis. Das Haus, wie auch der Garten, von Rubens selbst in Anlehnung an italienische Renaissancepalazzi entworfen, war Wohnstatt und Werkstatt des Künstlers.
täglich geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr außer montags.
Internet: Rubenshuis. Zugang für Rollstuhlfahrer nur im Erdgeschoß und im Garten.
Auf der Meir geht es weiter in Richtung Schelde in das historische Zentrum. Der Groenplaats mit dem sehenswerten Hilton Hotel und diversen Cafes und Restaurants ist ganz sicher eine der Hauptattraktionen der Altstadt. Natürlich auch dort zu finden ist die belgische Spezialität: Vlaamse Frites. Gleich um die Ecke, vorbei an unzähligen stilvollen Cafes und Restaurants, gelangt man zum Grote Markt. Hier befindet sich auch die Touristeninformation. Das Carre wird umrandet von der Liebfrauenkathedrale, die in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde, dem Rathaus und den alten, prunkvoll ausgeschmückten, Zunft- und Gildehäusern Antwerpens.


 

Vleeshuis - Die Fleischhalle

 

 

 

Ebenfalls in der Altstadt gelegen ist das Plantin-Moretus Museum. Das Antwerpener Druckereimuseum am malerischen Vrijdagmarkt ist die weltweit einzige erhaltene Druckerei aus der Zeit der Renaissance. Es ist täglich geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr außer montags. Zugang für Rollstuhlfahrer bietet das Haus im Erdgeschoß. Internet: Plantin-Moretus-Museum
Weiter bewegt man sich in Richtung Schelde durch kleine Gassen zum Vleeshuis. Das Zunfthaus der Metzger, vor 500 Jahren errichtet zeigt eine Ausstellung über 600 Jahre Musik und Tanz in Antwerpen. Täglich geöffnet von10.00 bis 17.00 Uhr außer montags. Zugang für Rollstuhlfahrer nur im Erdgeschoss.

Internet: Vleeshuis

 

Het Steen - Die Burg

Nur wenige Minuten entfernt gelangt man an das Ufer der Schelde und zum ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt. Die um das Jahr 1200 erbaute Burg „Steen“ beherbergt das Nationale Schiffahrtsmuseum mit einer Sammlung von Schiffsmodellen, Gemälden und nautischen Instrumenten. Aktuell ist das Museum für den Publikumsverkehr allerdings geschloßen. Die Neueröffnung ist für 2011 vorgesehen.

 

Weg der Schelde entlang

Von hier aus kann man an der Schelde entlang in Richtung des Hafens und von dort aus wieder zum Bahnhof zurückwandeln. Informationen zu dutzenden weiteren Highlights sind ersichtlich unter: www.antwerpen.be.

Text und Fotos: Werner Merschmann